Mittwoch, 20. Oktober 2010

4. Bericht


Nach nun knapp 2 Monaten einleben in Pune beginnt der Alltag:

Der Vormittag sieht in etwa so aus:

8:00 Uhr
Waschaktion der Kids bei der ich öfter nass wurde, als die Kids selbst. Ich übernehme jetzt den Teil des Abtrocknens und weiche den Wasserstrahlen gekonnt aus. Die Kids teilen sich zu 5 etwa ein Handtuch, was eigentlich nicht sein sollte und schon bemängelt wurde unserer Seits. Mal sehen ob sich da noch was gibt.

9:00 Uhr
Englisch Unterricht für 4. Klässler. Ein ziemliche Nervenarbeit bei der man jede Menge Geduld mitbringen muss. Es lohnt sich dennoch, so Sachen wie die Wochentage gehen jetzt, ich weiß wie ich so einigermaßen mit den Kids nun umgehen muss und dadurch das wir jetzt Blindenschrift beherrschen (yeah) kann ich jetzt auch einige kleine Diktate machen.

10:0 Uhr
Essensausteilung. Der aus dem Militärdienst stammende Hausmeister, schafft es mit jedem Gegenstand soviel Lärm zu machen, dass kaum einer sich traut noch was zu sagen. Es hat durchaus was vom Militär. Anscheinend macht das den Kids weniger aus, als uns. Sie sind diesen Umgang gewohnt und nehmen das ganze auch nicht so für ernst, als man es vermutlich in Deutschland tun wurde. Trotz seiner militär-Art kümmert sich dieser aber um die Kids mehr, also so manch anderer.
Jedenfalls rennen wir während die Kids essen mit Wasserkrügen rum, rufen "Pani!" und schenken ein.

Danach gibts für uns essen.

Der Nachmittag ist weniger strukturiert. Man kriegt keine festen Aufgaben, die man zu erfüllen hat und so muss man sich selbst etwas suchen. Das hat auf der einen Seiten natürlich was gutes, aber eine solche Planlosigkeit ist auch manchmal ermüdent. Selbstinitative ist hier gefragt und frisch aus der Schule gekommen, ist das erstmal ungewohnt.

Samstag und Sonntag ist dann der Schwimmbadbesuch angesagt, worauf sich die Kids schon die ganze Woche drauf freuen.

Auf den Bus wartend, bei dem man nie genau weiß, wann einer kommt. Mal wartet man eine Stunde, mal 10 Minuten. Fahrpläne gibts jedenfalls nicht.





Harshad und Kedat beim Posen :D


Der Bus, bei dem man an rostigen Stellen auf die Strasse schauen kann.



Darüber hinaus, habe ich nun ein Motorrad gekauft um endlich mal aus Pune rauszukommen. Versuche mit Bus rauszukommen sind leider gescheitert. Und da Pune als die Stadt in Indien mit den meisten 2-Rädern gilt, bot sich das direkt an.
Mit Tipps von den Vorgängern, die das auch schon so gemacht haben, haben wir für knapp 20€ einen Motorrad-Führerschein gemacht und ich habe mir nun ein 100ccm großes Motorrad gekauft, was ich nächstes Jahr wieder gut verkaufen kann: eine Bajaj Platina.
Es ist von einem guten Freund, ein Mechaniker, der mir dies überlies.
Gestern habe ich meine erste Tour damit gemacht zu Mulshi Dam, einem See, etwa 100km von Pune entfernt und hab allein die Natur genossen. Das tat mal richtig gut!








Ein Highlight: Kühe beim baden im Fluss


3 Kommentare:

  1. Wow Poldi,

    hoert sich bestens an!
    Ich hab jetzt so langsam auch wieder was zu schreiben und zu erzaehlen :).... und endlich faengt das reisen an!

    Also, hauste!!!

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  2. geil poldi! einfach so ein motorrad. da kommt der neid :D und dann auch noch blindenschrift. hört sich echt gut an!
    hoffe es bleibt so interessant für dich :)
    liebe grüße, mona

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  3. Das klingt ja echt klasse, wusste gar nicht, dass Indien so aufregend, spannend und facettenreich ist. Da kann man sicher eine Menge erleben. Und dann einfach mal so ein Motorrad und- weg. Krass *gg* Wünsch dir noch viel Freude da! LG aus Deutschland

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