Dienstag, 23. November 2010

Süd-Indien

Die Süd-Indien Reise


Ich fahre am 6. November mit dem Zug 34 Stunden von Pune los nach Kochin, im Bundesstaat Kerala.

In Kochin besichtige ich die Chinesischen Fischernetze, die durch ihr spinnenartiges Aussehen Busse voll mit Touristen anlocken. Deswegen flüchte ich vor diesen gegen Mittag weiter nach Alleppey. Diese Stadt liegt in einem Gebiet, dass man die Backwaters nennt. Ein Wasserstraßengeflächt mit dem man mit einem Boot durchfahren kann. Mit einem netten Ruderer mache eine Rundfahrt durch die Straßen, in den uns riesige Hausboote entgegenkommen, Palmen weit in das Gewässer reinragen und Häuser auf kleinen Inseln sind. Mit gefischter Kokosnuss genieße ich die fantastische Landschaft.


Mein Weg führt mich weiter in den Süden, nach Varkala. Dort angekommen, komme ich etwas außerhalb in ein kleines Dorf. Ich finde dort eine kleine Wohnungsanlage, in der kleine Hüttchen vermietet werden. Das ganze kommt dem Paradies nahe. Mit einer Hängematte, gutem Bett, leckeren Pfannkuchen und das Meer keine 10 Meter entspanne ich 2 Tage.

Ein Besuch in Varkala selbst habe ich auch gemacht, direkt an den Kliffen reihen sich Cafés, Textil-Laden und Restaurants aneinander. Als ich im Café sitze, lerne ich den Kanadier Jordan kennen und beschließe mit ihm an den südlichsten Zipfel Indiens, nach Kanyakumari, zu reisen.

In Kanyakumari angekommen besichtigen wir die Statue, einen 2000 Jahre alten Tempel und gehen baden an dem Fleck, an dem sich 3 Meere kreuzen, der indische Ozean, Bay von Bangal und das Arabische Meer.

Nach 2 Tagen mit Jordan verabschiede mich, denn ich will wieder in den Norden.


Ich komme nach einem Tag Zug und Bus fahrt in Mettupalayam an, ich bleibe hier, denn will ich am nächsten Tag früh morgens den Nilgiri Zug nach Ooty nehmen. Der Zug ist UNESCO geschützt und soll wunderschön sein.

In Mettupalayam den Tag verbringen war für mich keine Option, also den Daumen raus um zu sehen was passiert. Mich nimmt ein Motorradfahrer mit und fragt wohin - Soweit es geht raus aus der Stadt.

Ich gelange gut eine halbe Stunde mit dem Motorrad von Mettupalayam entfernt in ein kleines Dörfchen. Direkt hinter diesem Dorf steigen die West-Ghats, die Gebirgskette, die sich von Mumbai bis in den Süden streckt, empor. Ein kleiner Trampelpfad führt raus aus dem Dorf rein in die Natur. Entlang einem Fluss folge ich Richtung Quelle, als mir ein Spinnfaden im Gesicht hängt. Aber was für eins! Ich folge dem Faden zur Spinne und muss sagen, dass ich so eine Spinne noch nie in natura gesehen habe. Aracnophobie überkommt mich erst, als ich im Nachhinein das Foto sehe.

Als anfängt dunkel zu werden gehe ich wieder nach Mettupalayam, früh schlafen und am nächsten Morgen zum Zug.

Das die kleine Dampflok UNESCO geschützt ist, ist kein Wunder. Vorbei an Wasserfällen, kleinen Brücken, schönen Schluchten, einer wahnsinnigen Landschaft und leider auch viel zu viel Müll, steigen wir mit knapp 14km/h zusammen mit dem Nebel immer höher. Nach etwa 2 Stunden öffnet sich die Landschaft in ein riesiges, wunderschönes Tee-Plantagen Gebirge.

In Ooty angekommen miete ich mir ein Motorrad und folge den Straßen und biege nach etwa 1 Stunde in eine kleine Straße ein und suche was zum Schlafen. Ich lerne ein ältere französische Dame kennen, die mir ihr Gästezimmer, einen warmen Tee und ein Kaminfeuer anbietet. Draußen sind es in 2500 Metern knapp 8°C. In ihrem Haus, wie sie mir erzählte, lebte früher Hermann Hesses Großvater, als er Missionar in Indien war.


Eine warme Dusche am morgen und es geht weiter in ein Tiger-Reservoir im Tal, Mundumalai National Park. Dort mache ich eine geleitet Tour mit einem Guide.


GO DOWN!“ befiehlt der Guide im Flüsterton - ich ducke mich, nachdem wir nach 1 Stunde Wanderung knapp 15 Minuten an einem Platz gewartet haben. Er deutet in die Landschaft. Ich sehe nichts. Oder? - Tatsache, ein kleiner hellbrauner Punkt.

Wir schleichen uns auf allen Vieren immer Näher ran, letztliche sind wir knapp 25 Meter von einem Tiger-Weibchen entfernt. Ein Anruf des Guides und nach 20 Minuten sind 5 Fotografen mit voller Montur da.

Einer erzählt mir später, er käme seit 7 Jahren an diese Stelle, immer für 3 Monate, 2-3 Stunden. Und er habe vorhin zum erstenmal einen Tiger gesehen. Sein Glück kaum fassbar, lädt er uns alle zum besten Essen ein.


Am morgen fahre ich in den Süden-Ootys. Was mich dort erwartet: Teeplantagen.

Vom Zug aus vorher schon gesehen ist es, wenn man mit dem Motorrad die Bergstraßen langfährt, nochmal viel intensiver. Berge stürzen über Berge voll mit Teeplantagen. Die Luft riecht wie frisch aufgebrühter Grüner-Tee und so kommt es, dass ich in einer Tee-Fabrik kurz Rast mache.


Gegen Nachmittag steige ich ein Richtung Goa. Die kalten Berge in Ooty und der plötzliche Regen der kam, als ich in den Bus einstieg will ich nun durch Strand, Sonne, Palmen ersetzen. Nach einer einer anstrengenden Fahrt über 36 Stunden in Goa angekommen erwartet mich Flo. Gemeinsam beim kühlen Bier am Strand genießen wir den Sonnenuntergang und die letzten 3 Tage vom Urlaub, bevor es dann wieder zurück nach Poona geht.

Mit diesen Menschen, lies sich die 34 Stunden Zugfahrt gut aushalten.


Zähneputzen am Bahnhof

Chinesische Fischernetze in Kochin Fort

Das nette israelische Päärchen aus Alleppey

Die Backwater-Tour

geschälte Kokosnuss plus bester Ruderer

Entspannung in Varkala

Felsen und Strand in Varkala


Kanyakumari

Jordan und Ich vor der 10 Jahre alten Statue am südlichen Ende Indiens

baden in 3 Meeren gleichzeitig

ein Taubstummer auf meinem Weg nach Mettupalayam

Nephila Pilipes. Wahnsinns Teil.

Der UNESCO-geschützte Nilgiris Zug



Die Landschaft, während meiner Motorrad-Tour durch den Norden Ootys

Meine Unterkunft im Hause des ehemaligen Hermann Gundert

ein Büffelskelett, welches vom Tiger erlegt wurde

Ganz hinten erkennt man schon den braunen Punkt...

... und hier trennen uns nur noch geschätzte 25 Meter

-"can you please make a picture of me and the landscape?"

Die Fotografen-Gruppe

Im Süden Ootys

die Teeplantagen, die sich über das ganze Tal strecken

Teepflückerinnen auf dem Weg nach Hause
die Teefabrik



"Willkommen in Goa, Poldi."

5 Kommentare:

  1. Der Wahnsinn ! Beste Grüße jana

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  2. poldi! horror-panik! SPINNE!
    liebste grüße, mona!

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  3. hey, cooler artikel!!
    macht lust aufs reisen!
    besorg dir internet
    alles gute

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  4. Wirklich sehr schoene und eindrucksvolle Fotos! Liebe Gruesse, Lennard

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  5. Nice nen, nen Tiger.^^
    Grüße Thomas

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